Relief mit königlichem Horusnamen, Fragment einer Königstitulatur
Ägypten, Neues Reich, wohl 19. Dynastie, 13. Jh. v. Chr. Dieses kleine Relief zeigt in versenkter Technik einen nach rechts gewandten, sehr fein ausgearbeiteten Horusfalken mit Doppelkrone auf dem Haupt. Hinter der Krone prangt eine Sonnenscheibe, die von einer Dr. A. Wiese
Kalkstein mit Spuren von polychromer Bemalung
H. 32,8 cm, B. 23,9 cm, T. 2,7 cm; intakt
Provenienz: Charles Dikran Kelekian, New York, erworben 1969 (T3418)
Leonore Wexeler (1928 - 2004), Chicago, Illinois, erworben von Charles D. Kelekian im April 1976
Uräusschlange umringelt wird und an deren Leib ein Anch-Zeichen herabhängt. Zunächst mag man an ein Bildhauermodell eines Falken denken, doch bei näherer Betrachtung erscheint es wahrscheinlicher, das Falkenbild in einem größeren Kontext zu sehen, nämlich als Teil einer Königstitulatur.
Der ägyptische König besaß eine fünfteilige Titulatur, die bei seiner Thronbesteigung festgesetzt wurde. Sie beinhaltete einen gewichtigen Teil seiner göttlichen Rollen sowie eine Art Regierungsprogramm. Seit vordynastischer Zeit konnte der König in der Rolle des mächtigen Falkengottes Horus, des Herrn des Himmels, erscheinen. Der entsprechende Titel dazu lautete „Horus im Palast“ und wurde mit dem Bild des „Falken über dem Palast“ zum Ausdruck gebracht. Der individuelle Horusname eines jeden Königs wird von der Palastmauer in der Art einer Kartusche umgeben. Darunter erscheint ein Teil der Nischenfassade des Palastes. Aufgrund der erhaltenen Spuren erscheint es möglich, dass unterhalb des Falken ein königlicher Horusname folgt sowie anschließend eine Palastfassade mit Nischendekor (Serech). Das Fragment könnte zu einer Stele oder einer Tempelinschrift gehört haben.







